Industrie in NRW

Nordrhein-Westfalen ist eine der stärksten Industrieregionen Europas. Im Klimaschutz kommt der Industrie eine besondere Verantwortung zu.

Rund 1,8 Billionen Euro setzten die Industrieunternehmen 2019 in der Bundesrepublik um. Mehr als jeder fünfte Euro wurde dabei von den in NRW ansässigen produzierenden Unternehmen erwirtschaftet. Sie beschäftigen ein Viertel aller Erwerbstätigen im Bundesland.

Für die Transformation NRWs in Richtung Klimaneutralität ist die Industrie entscheidend. Ihre Produkte sind ein unverzichtbarer Baustein, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Gläser und Silikone werden zum Beispiel bei der Konstruktion von Photovoltaikanlagen und Windrädern benötigt. E-Mobilität wäre ohne Leichtbaumaterialien wie Aluminium und Carbonfasern undenkbar. Mit rund 22 Prozent zählt die Industrie gleichzeitig zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen in NRW. Einen großen Anteil haben Grundstoffindustrien wie Stahl, Zement und Chemie.

 

Dank der Optimierung der Anlagentechnik und der Produktionsprozesse hat der Industriesektor in Nordrhein-Westfalen zwar die jährlichen Emissionen gegenüber 1990 bereits um rund 41 Prozent reduzieren können. Doch bis zur Netto-Null ist es noch ein weiter Weg. Rund zwei Drittel des Gesamtausstoßes der energieintensiven Industrie sind zum Beispiel auf Verbrennungsprozesse und die Eigenstromversorgung zurückzuführen, ein Drittel auf Produktionsprozesse.

 

NRW-Industrie 2045: klimaneutral und wettbewerbsfähig

Für eine Industrie, die ihre Produkte bis spätestens 2045 klimaneutral herstellt, sind völlig neue Wege zu beschreiten. Die dafür notwendige Basis sind ausreichende Mengen an Erneuerbarer Energie. Im Fokus stehen Verfahren wie die Elektrifizierung und Flexibilisierung von Prozessen, der Einsatz von Wasserstoff als Rohstoff in der Chemie, als Reduktionsmittel bei der Stahlherstellung oder als Energieträger für Hochtemperaturwärme. Außerdem ist die Nutzung oder Speicherung von Kohlendioxid ein wesentlicher Faktor, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die speziell dafür ausgelegte Arbeitsplattform und seit 2019 etablierte Landesinitiative IN4climate.NRW unterstützt gemeinsam mit Wissenschaft und Landesregierung branchenübergreifend und interdisziplinär die Industrie in diesem Transformationsprozess.

NRW als führender Anbieter für klimaneutrale Technologien

Der Anlagenbau ist als Lieferant für klimaneutrale und innovative Systemlösungen von grundlegender Bedeutung, um die Klimaschutzziele zu erreichen und die Transformation umzusetzen. Damit aus Innovation gelingende Transformation wird, braucht es Investitionen und einen funktionierenden Markt, um die Phase der Pilotanwendungen zu verlassen. Je nach Produkt muss dieser entsprechende Größenordnungen erreichen, um über Skaleneffekte den breiten Markteintritt zu ermöglichen. Dazu wird NRW.Energy4Climate den Anlagenbau in NRW dabei unterstützen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu etablieren sowie Projekte anzustoßen, und im Verbund mit den maßgeblichen Akteuren die richtigen Strategien für den Markteintritt entwickeln.

NRW mit einem international wettbewerbsfähigen Mittelstand

Für die energieintensive mittelständische Industrie ist der Klimaschutz Herausforderung und Chance zugleich. Angesichts der ambitionierten Klimaschutzziele sind weiter steigende Kosten für fossile Energieträger bei vergleichsweise hohen Stromkosten zu erwarten. Diese Industrie wird dabei nicht nur die Energieeffizienz aller Prozesse und Anlagen optimieren, sondern perspektivisch auf eine vollständig klimaneutrale Produktion umstellen müssen. Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, wird NRW.Energy4Climate als Bindeglied die regionalen und überregionalen Kräfte bündeln, die erforderlichen ökonomischen, infrastrukturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen aufgreifen sowie beispielhafte Projekte unterstützen.

NRW als Vorreiter für eine Circular Economy

Umfassender Klimaschutz benötigt neben der Sicherung von nachhaltigen Rohstoffen auch den Wechsel von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft, der Circular Economy. Diese Systemtransformation kann wesentlich dazu beitragen, die Kohlenstoffkreisläufe zu schließen sowie die langfristige Nachfrage und damit die Abhängigkeit von Rohstoffen zu reduzieren. NRW.Energy4Climate unterstützt Unternehmen der Rohstoff- und Kreislaufwirtschaft bis hin zu Produktionsbetrieben mit passenden Partnern dabei, die Rohstoffbasis umzustellen und die Wertschöpfungsketten anzupassen. Dazu bringt NRW.Energy4Climate Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, informiert über wichtige Entwicklungen, unterstützt Projekte und hilft, den Transfer von der Wissenschaft in die Praxis, zum Beispiel für innovative Rückführsysteme, zu gestalten. Zudem wird die Landesgesellschaft auch hier vorbildhafte und wegweisende Projekte unterstützen, um NRW als nachhaltigen Wirtschaftsstandort zu positionieren.

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Aktuelle Events

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6.DEZ.2022

KLIMA UM 10: Kommunale Wärmeplanung und Dekarbonisierung im Gebäudesektor

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13.DEZ.2022

KLIMA UM 10: Landes-, Regional- und Bauleitplanung für Photovoltaik und Windenergie

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10.JAN.2023

KLIMA UM 10: Organisation von Beteiligungsverfahren im Klimaschutz, Akzeptanz und Motivation (Klimakommunikation)

 
12.JUN.2023

THERMPROCESS 2023

Aktuelle Publikationen

Prozesswärme für eine klimaneutrale Industrie

Wie kann die so dringende Wärmewende in der Industrie beschleunigt werden? Das Impulspapier der Initiative IN4climate.NRW zeigt Lösungen und Hebel auf, um die Versorgung der Industrie mit klimaneutraler, nachhaltiger Prozesswärme zu ermöglichen.

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Lösungsansätze für eine funktionierende Circular Economy

Eine Circular Economy kann zur Einsparung von Ressourcen und Treibhausgasemissionen beitragen. Wie das gelingen kann, zeigt das Diskussionspapier der Arbeitsgruppe Circular Economy auf.

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CO2 in einer klimaneutralen Grundstoffindustrie

Das gemeinsam mit 17 Partnern aus Industrie und Wissenschaft erarbeitete Diskussionspapier der Arbeitsgruppe Kohlendioxidwirtschaft fasst Impulse und konkrete Anforderungen für ein nachhaltiges Carbon Management zusammen.

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Industriewärme klimaneutral: Strategien und Voraussetzungen für die Transformation

Die Herstellung wichtiger Grundstoffe wie Metall, Glas oder Zement erfordert hohe Temperaturen. Prozesswärme macht rund zwei Drittel des Energiebedarfs der Industrie aus. Ein Diskussionspapier der AG Wärme.

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Klimaschutzverträge für eine beschleunigte Transformation der Industrie

Das Positionspapier von IN4climate.NRW zeigt die Chancen von Klimaschutzverträgen für die klimaneutrale Industrietransformation auf. Arbeitsergebnis der AG Politische Rahmenbedingungen.

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Aktuelle News

Expertendialog zum Industriewandel in Krisenzeiten

16. Sep. 2022

IN4climate.RR: Büroräume bald einsatzbereit

06. Sep. 2022

IN4climate.RR feiert Auftakt

20. Jun. 2022

Neue Fördermaßnahme "Wärmekonzepte" veröffentlicht

10. Mai. 2022

Best Practice

NRW.Energy4Climate präsentiert ausgewählte Forschungs- und Anwendungsprojekte aus Nordrhein-Westfalen, die die Transformation in Richtung Klimaneutralität ermöglichen. Hier erhalten Sie einen Überblick über vorbildhafte Projekte im Bereich Industrie und Produktion, die Akteure aus verschiedenen Branchen bereits heute umsetzen.

Industrie & Produktion

Kabel ZERO

Ziel des Projekts „Kabel ZERO“ ist die Entwicklung einer klimafreundlichen Dampferzeugung für den Einsatz in den besonders energieintensiven Trocknungsprozessen der Papierindustrie. In Hagen soll dabei für die Papiertrocknung zukünftig Energie auf Basis von Erdwärme eingesetzt werden.

 

Industrie & Produktion

InnoGuss

Wie und mit welchen Schritten muss sich die Gießereibranche in Bezug auf die Klimaziele verändern? Mit dem Projekt „InnoGuss“ sollen innovative Transformationspfade speziell für NRW entwickelt und die dafür relevanten technischen, wirtschaftlichen und politischen Randbedingungen abgeleitet werden.

 

Themenfeld

ALIGN-CCUS & TAKE-OFF

Kohlenstoffdioxid als Rohstoff nutzen und damit Emissionen vermeiden, ist Kerngedanke der Projekte „ALIGN-CCUS“ und „TAKE-OFF“. Während das Pilotprojekt ALIGN-CCUS darauf abzielte, Dimethylether aus abgeschiedenem CO2, Strom und Wasser herzustellen, geht das Folgeprojekt TAKE-OFF einen Schritt weiter: Aus DME soll hier in einem weiteren Prozessschritt effizient Flugzeugtreibstoff hergestellt werden.

 

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